Bericht Hinterglemmer Schiwoche 2015

Obwohl ich heuer das 1. Mal mit war (und deshalb diesen Bericht schreiben darf), ist auch mir klar: Heuer ist alles anders. Zum ersten Mal nach ca. 50 (gefühlten 100) Jahren, findet die PHTV-Schiwoche nicht mehr in der Akademikerhütte statt.

Buto hat nach akribischer Suche als Ersatz den sehr komfortablen Perfeldhof auserkoren: Direkt an der 12er-Kogelabfahrt, ca. 50 Höhenmeter über der und mit direktem Blick auf die Akademikerhütte. 2-Bettzimmer inkl. Dusche, WC, Fernseher, Kühlschränken, Geschirrspüler, Aufzug, Wellnessoase. Nix mehr mit legendärem Matratzenlager, 2 Duschen für alle, jausnen in der Speis und idyllischem Abwaschen ….

Aber die Berge sind noch die gleichen (auch wenn nicht allen bewusst war, wen sie da vor sich haben), die Pisten von Jahr zu Jahr erweitert und die Schnee- und Wetterlage besser denn je: Also ideale Bedingungen für meine 1.Hinterglemmwoche und natürlich profitier ich Neuling von den jahrelangen Erfahrungen der Profi-Hinterglemmer.

In der Früh nehmen sowohl die, die das Frühstück traditionell selbstzubereiten (Ania, Ulli, Wolfgang, Walter, Buto, Stefan, Lisl, Ingrid, Denise, Herbert, Edda, Friedel, Martin und ich), als auch die, die es serviert bekommen, (Christa, Armin, Benno, Heini, Gigs, Irene, Lise und Michi) die erste Gondel …… entweder die erste, die fährt, oder die erste, die sie erwischen ... und von Lisl, Wolfgang, Benno, Walter u. Buto lerne ich: Ostabfahrten am besten gleich in der Früh, Nordabfahrten je nach Temperatur auch gleich in der Früh, oder später, oder aber bei besonders schönem Wetter erst morgen, wenn das Wetter dann doch nicht so gut ist, wäre es doch gestern besser gewesen, … die „Sprinter“ als Intervalltraining mindestens x Mal hintereinander, …. Südabfahrten am besten am Nachmittag, da sind sie besonders weich, wenn man schon müde ist wird einem auf alle Fälle warm, … Carven am besten am Westgipfel oder die Schönleiten, … für Friedel entfällt die Qual der Wahl: Nostalgie pur am Seekarschlepper … (es gibt allerdings noch 2 andere Schlepplifte im Schigebiet, auch seeeehhhhr beliebt!!) ….. und unzählige andere Tipps:

Welche WC-Anlage den kürzesten und bequemsten Zustieg hat, verrät mir Lisl gleich am 1.Tag. Dass dieses Wissen aber kein Zufall ist, sondern lange Forschungsarbeit vorhergegangen ist, erkenne ich erst, als Christa und Herbert immer wieder gemeinsame Erkundungstouren in diverse Toilettenanlagen unternehmen, um sie in den Kategorien Zugang, Duft und allgemeiner Komfort zu katalogisieren. Dabei standen sie, was sie wiederum nicht wussten, unter ununterbrochener Kontrolle von Armin und Edda.

Ania erprobte den Dancefloor jeder Hütte, wir warten auch hier sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Stefan verkostete Jagatees, Zirbenschnaps und besoffene Marillen einzig und allein um seine Empfehlungen weitergeben zu können. Alle anderen entschieden sich, spätestens als sie erfuhren, dass der Hinterglemmer jetzt ganz herkömmlich Jagatee heißt, gegen ihn im Speziellen und Alkohol im Allgemeinen. So wurde es auf der Breitfußalm zur Gewohnheit zum Ausklang des Schitages Karotten- oder Rote Rübensäfte kreisen zu lassen und am Abend im Gemeinschaftsraum Tee zu trinken. Schließlich waren wir nicht zum Vergnügen, sondern zur Arbeit dort. Sollte es doch einmal zur inner- oder äußerlichen Anwendung von Alkohol, hoch oder niederprozentig, gekommen sein, dann nur um in Zeiten der Grippeepidemie, die Ansteckungsgefahr nieder zu halten. (Alte alpenländische Volksweisheit, von Ulli wiederentdeckt.)

Denise und Ingrid informierten sich über die Qualität der Schischule.

Friedel und Buto erstellten ein Kinoprogramm, mit Themenschwerpunkt Sport (Turnen, what else?), Kultur (Opern), Historienfilmen („Die Hinterglemmwoche“ Staffel I-V), Denise das Kinderprogramm: Heidi in den Bergen, Heidi in Frankfurt, Heidi kehrt zurück, non stop.

Auch haben wir wertvolle Hinweise zur medizinischen Versorgung vor und nach der Piste gesammelt, Martin und Wolfgang machten einen Crashkurs zu Thema Unfallverhütung und Sicherheit, und Benno konnte einem zur Diskussion geladenen Hubschraubernotarzt, Vorschläge zur Verbesserung des Bergekomforts, weitergeben.

Nach dem Schifahren wurden die Regenerationsmethoden in einer Doppelblindstudie untersucht: Während Lisl, Gigs, Ingrid, Irene, Heini et alii mit und ohne Eisbeutel auf den Knien in die Sauna durften, musste ich eine 2 stündige Ruhepause auf meinem Zimmer absolvieren, am darauffolgenden Tag wurde die Wirkung auf das Fahrverhalten evaluiert. Doppelblind, weil in beiden Gruppen für eine definierte Zeitspanne die Augen geschlossen werden mussten.

Eine 2. Studie untersuchte die Wirkung der Rangordnung des Spiels „Präsident und A…“ auf die psychische Verfassung der Probanden. Die Langzeitfolgeergebnisse sind noch ausständig.

Die besonders emsige Forschergruppe Lisl, Lise, Ingrid, Ulli und Stefan unterzogen sich einem Selbstversuch: bis tief in die Nacht exponierten sie sich alle 20 Minuten der eisigen Kälte am Balkon. Das Forschungsziel wurde allerdings geheim gehalten.

Noch geheimer war nur noch der Auftrag von Michael.

Alles in allem bin ich der Meinung, dass wir genug Material für einen „Hinterglemm-Spezialtipp-Ratgeber“ haben und dieser reiche Erfahrungsschatz einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Wofür sonst, wenn nicht zur Gewinn bringenden Vermarktung, haben wir denn einen Medien-erfahrenen Obmann? Zweck und Ziel wäre natürlich der Ankauf der Akademikerhütte. Buto, als notorische Zweifler (nicht nur daran, was die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Faszienforschung und die Sinnhaftigkeit ihrer ökonomischen Umsetzung betrifft), hat allerdings schon für nächstes Jahr wieder den Perfeldhof vorreserviert.

Und wenn irgendein/e „gstandene/r“ PHTVlerIn mir, geborener Böheimkirchner Alsergrundlerin, bestenfalls Neo-PHTVlerin nicht alles glaubt, muss sie/er nächstes Jahr wieder mitfahren, um sich selbst ein Bild zu machen, denn die Wahrnehmung ist äußerst subjektiv.

Danke an alle die mitgefahren sind, dass sie mitgefahren sind, und die besten Genesungswünsche an Lisl für ihr Knie, an Buto und Herbert für ihre Rücken, Martin für seinen Daumen, Irene für ihren Peter ….

Edith